Das Virtual Reality Wettrüsten hat begonnen…

Vor etwas mehr als einem Jahr hat die bis dahin unbekannte Firma Oculus VR über eine Kickstarter Kampagne genügen Geld gesammelt um eine Vision zu realisieren: das Oculus Rift. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes HMD (Head Mounted Display). Ein HMD ist eine Art Brille, bei der statt Gläser Bildschirme verbaut werden. Für jedes Auge wird ein separates Bild gerendert, wodurch ein nahezu perfektes stereoskopisches 3D Bild entsteht. Dieser Effekt überragt das, was man aus dem 3D Kino kennt bei weitem. Wirklich interessant wird’s aber erst, wenn man diese 3D Bilder zusätzlich noch mit Bewegungssensoren kombiniert. Die Bewegungen des Kopfes werden so direkt in die virtuelle Welt übertragen.

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Die Idee dahinter ist keinesfalls neu. Bereits seit einigen Jahrzehnten werden solche HMDs gebaut. Was hat sich geändert? Nun, das Konzept eines HMDs ist in der Theorie ganz simpel. Die Probleme entstehen erst bei der praktischen Umsetzung. Wenn zum Beispiel die Auflösung der Bilder zu niedrig ist, wird die Illusion zerstört. Es macht es dem User unmöglich zu vergessen, dass er im Grunde genommen nur einen Bildschirm vor den Augen hat. Genauso problematisch sind minderwertige Bewegungs-Tracker. Wenn die Bewegungen des Kopfes nicht exakt und ohne Zeitverzögerung in die Virtuelle Realität übertragen werden, ergeben sich Differenzen. Unser Gehirn wird dann laufend Versuchen, diese Differenzen auszugleichen. Den selben Effekt kann man auch auf einem schaukelnden Schiff beobachten. Mit anderen Worten, es wird einem übel. Man braucht also hochauflösende Displays und Bewegungs-Tracker mit einer minimalen Latenz. Zum Glück sind das auch genau die Eigenschaften, die man von einem modernen Smartphone erwartet. Die Fortschritte bei modernen Mobiltelefonen haben die Entwicklung massiv beschleunigt und die Preise gesenkt. Wir haben heute also nicht nur die notwendige Technologie, sondern kriegen diese auch noch zu massentauglichen Preisen.

Was wir nun erleben können, ist die Geburtsstunde einer Technologie, die unseren Umgang mit digitalen Medien grundlegend verändern wird. Neben Oculus VR (mittlerweile von Facebook aufgekauft) sind in der Zwischenzeit auch noch weitere Hersteller ins Rennen eingestiegen. Ein paar davon möchte ich euch hier vorstellen.

 

# Oculus Rift

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Die neusten Prototypen des Oculus Rift Development Kits werden noch in dieser Woche ausgeliefert. Entwickler haben damit die Möglichkeit, ihre Programme und Spiele auf die kommende Konsumenten-Version vorzubereiten. Wann diese Konsumenten-Version erscheinen wird ist bislang noch unbekannt. Spätestens im Sommer 2015 sollte es aber soweit sein. Wer nicht solange warten möchte, kann sich aber bereits jetzt ein Development Kit bestellen.

 

# Sony Morpheus

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Auch Sony ist auf den Virtual Reality Zug aufgesprungen. Mit dem Sony Morpheus für die PlayStation 4 bringen sie das erste HMD in die Welt der Konsolen. Ob dieser Plan aufgehen wird bleibt abzuwarten. Das Konzept kann nur aufgehen, wenn die Entwickler Spiele schreiben, die von einer zusätzlichen Hardware abhängig sind. Für die Spieleentwickler ist das ein unkalkulierbares Risiko und womöglich endet das Sony Morpheus nur als überteuertes Gadget. Die Zukunft wird’s zeigen.

 

# Avegant Glyph

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Das Avegant Glyph ist in seiner Bauart bislang einzigartig. Anders als bei den übrigen HMDs gibt es hier keine Displays. Statdessen werden die Bilder direkt auf die Netzhaut projeziert. Was für den einen oder anderen womöglich beängstigend klingt ist im grunde genommen ganz simpel. Es wird lediglich Licht auf die Netzhaut geworfen, genauso wie wir das auch vom Sehen im Alltag kennen. Gesundheitliche Bedenken sind daher überflüssig. Der Vorteil dieser Technologie ist, dass der Betrachter keine Pixel sieht. Die Bilder sind glasklar und können kaum von einem Blick aus dem Fenster unterschieden werden.

 

# True Player Gear Totem

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Totem könnte man als direkte Konkurrenz zum Oculus Rift verstehen. Die technischen Spezifikationen sind im Grunde genommen die selben. Es gibt allerdings einen kleinen und entscheidenden Unterschied. Totem hat eingebaute Kammeras, was es dem User ermöglicht die Umwelt zu sehen, auch wenn er das HMD trägt. Zusätzlich ergeben sich dadurch Einsatzmöglichkeiten für sogenannte Augmented Reality Projekte, wobei virtuelle Welten mit der realen Welt überlagert werden.

 

# GameFace Mark IV

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Das Mark IV unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von all den anderen HMDs: es ist kabellos. Anders als andere HMDs ist das Mark IV nicht von einem externen Computer oder einer Konsole abhängig. Die Hersteller haben den Computer direkt verbaut. Im wesentlichen handelt es sich dabei um Smartphone/Tablet Hardware auf der ein Android Betriebssystem läuft. Bislang ist noch unbekannt, welche Hardware tatsächlich zum Einsatz kommt. Man darf jedoch mit leistungsfähigen Grafikprozessoren aus dem Hause NVidia rechnen, andernfalls könnte es das Mark IV wohl kaum mit seinen Gegnern aufnehmen.

Rave

Hauptberuflicher Chaot und staatlich geprüfter Paranoiker.

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