Rock The Ring: Freitag

Nach dem fulminanten Debüt im 2014 ging das Rock The Ring nun also in die zweite Runde.

Wer letztes Jahr schon dabei war, reiste darum auch mit entsprechend hohen Erwartungen zum Schleuderkreisel in Hinwil. Eine erste Bremsspur in der Unterhose der Erwartungen zogen jedoch die Shuttlebusse am Bahnhof – resp. die (mehr oder weniger) netten Kassiererinnen, die 5 Franken für die Shuttlebuss-Fahrt verlangten. Geld für einen Shuttlebus zu verlangen fand ich, gelinde gesagt, etwas ambitioniert.
Aber dank der Vorschusslorbeeren aus dem letzten Jahr, wurde die Gebühr von den Meisten ohne grosses Drama bezahlt.
Auf dem Gelände angekommen, wurden einem sofort zwei Sachen klar:

1. Da waren schon bedeutend mehr Leute als noch vor einem Jahr

2. Irgendwo gab’s orange Hüte gratis.

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Heute war aber definitiv der falsche Abend, um einen Hut zu tragen – oder besser gesagt, es war der falsche Abend, um einen Hut auf dem Kopf zu behalten.
Denn schon bei Eluveitie zogen die ersten Circle Pits ihre Kreise. Kein Wunder! Für einen grossen Teil der Besucher, waren die international erfolgreichen Folk Metaller aus der Schweiz bereits das Highlight des Abends.

Nach ihrem Auftritt betrat Marc Storace die Bühne – aber nicht mit seiner Band Krokus – diese waren in diesem Jahr nicht dabei. Marc Storace ist in diesem Jahr quasi als Marktschreier am Rock The Ring  und kündigt  jeweils die  nächsten Bands an. Das war in diesem Fall Papa Roach. Die Bezeichnung des Musikstils bereitete Marc Storace etwas Mühe: Alternative Metal? Nu Metal? Alternative Rock… Hä? Einfach gesagt, die Musik von Papa Roach war zu vergleichen mit einem klassischen Roundhousekick von Chuck Norris. Seit ihrer neuen CD F.E.A.R stehen die Jungs aus Kaliforniern wieder voll im Saft und haben sogar Moshpits im Golden Circle lanciert. Wer also fürs Rock the Ring 30% mehr fürs Ticket bezahlt, macht das nicht, um den Bands einfach näher zu sein, sondern um auch 30% mehr abzugehen 🙂
Von mir aus gesehen hätte Papa Roach an diesem Abend auch das Zeug zum Headliner gehabt… wenn – ja wenn, da nicht noch diese eine Band gewesen wäre.

Nämlich die Band, die damals den Nu-Metal weit verbreitet hat.
Die Band, zu deren Sound ich damals mein Töffli frisiert habe.
Die Band, die uns den Soundtrack zu den ersten Homepartys lieferte.

Limp Bizkit, die Band meiner Jugend war damals (ja genau, ich bin schon so alt, dass ich die Kombination der Wörter „Jugend“ und „damals“ benutzen darf) spätestens nach dem Mission Impossible 2 Soundtrack   jedem bekannt. Anschliessend folgte die Trennung, Umformierung und schlussendlich vor ein paar Jahren wieder die Wiedervereinigung mit den ursprünglichen Bandmitgliedern. Irgendwie hatte ich es in all den Jahren nie geschafft, Fred Durst und Co Live zu sehen – und genau das sollte sich an diesem Abend ändern. Es war eine kleine Reise zurück in die Zeit – diese Reise war umso realistischer, weil im Publikum plötzlich alte Kollegen aus eben jener Zeit neben  mir standen und genau so aufgeregt auf Limp Bizkit warteten wie ich selber – was für ein geiler Abend! Und Dabei hatte der Gig noch gar nicht angefangen!

Als es dann tatsächlich angefangen hatte, war es wirklich so, wie ich mir ein Limp Bizkit Gig vorgestellt hatte: Viel Power, viel Energie und ich mittendrin. Mal ganz vorne (keine Ahnung wie ich da hin kam), mal etwas weiter hinten, mal mit Bier in der Hand, mal mit Bier in den Haaren. Die Songs waren bekannt und vertraut. Wann sie welchen gespielt haben, kann ich ehrlich gesagt nicht mehr so genau sagen, aber ich glaube es waren alle dabei.

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Kurzum ein Erlebnis für die Bucket-List!

Und sorry für alle, die hier jetzt etwas über Nightwish lesen wollten. Alles, was ich da noch mitbekommen habe, ist, dass sie Pyro hatten und der Sound ziemlich cool tönte. Aber ich brauchte jetzt erst mal in Ruhe ein Bier und einen Burger. Später machte ich mich dann irgendwann mal mit der Frage auf den Heimweg: Wie kommt das heraus, wenn ein Festival seine Besucher am ersten Abend mit der vollen Rockdröhnung schon derart ‚zurichtet‘?

Das finden wir dann heute heraus! 🙂
Bis dann!

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

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