Rock the Ring: Samstag

„Night of Legends“ hätte man den heutigen Abend eigentlich auch taufen können. Oder: Heute holen ausnahmsweise mal die Kinder ihre besoffenen Eltern vom Ausgang ab!

Mit den Scorpions, Europe und Uriah Heep standen heute 3 Bands mit (zum Teil deutlich!) über 35 Jahren Bühnenerfahrung auf der Bühne. Das wollten sich viele nicht entgehen lassen und die alten Zeiten heute nochmal so richtig abfeiern (OOhhhhhhiii nei nei nei nei nei, OOOHHHIIII).

Nach Tempesta und Shakra brachten Uriah Heep neben Sonne und blauem Himmel auch ganz viel druckvollen Sound mit. Von der Originalformation ist zwar nur noch Gitarrist Mick Box dabei – Sänger Bernie Shaw und Keyboarder Lanzon haben auch bereits 20 Jahre Uriah Heep auf dem Buckel, also können wir da glaub schon noch ein Auge zudrücken. Das machte das Publikum auch und sang nicht nur bei Lady in Black lauthals mit.

Mit Shinedown kam dann heute der einzige internationale Act auf die Bühne, der nach meiner Geburt gegründet wurde. Der Auftritt erinnerte mich ein bisschen an meine Konfirmation, bei der ich in der Kirche einen Metallica-Song gecovert habe. Viele waren – sagen wir mal – überrascht. Einige wenige waren hoch erfreut. Damit gab sich Sänger Brent Smith aber nicht zufrieden und redet dem Publikum ins Gewissen: „Wenn ihr keinen Spass haben wollt, warum seid ihr überhaupt hier?“ Er ging ins Publikum und forderte die Leute auf mitzumachen und mit seinem Drill Sergeant Stil hatte er dann auch wirklich Erfolg und brachte schon mal das halbe Gelände zum Springen.

Alli mittmache, oder es tätscht!
Alli mittmache oder es tätscht!

Als dank gab’s dann mit „Second Chance“ ein paar versöhnliche Töne

 

Für Europe stellte Petrus kurzzeitig die Windmaschinen ein, was bei dieser Band einen ziemlich geilen Effekt erzeugte. Auch hier hatten wahrscheinlich viele junge Besucher keine Ahnung, wer da auf der Bühne stand, übertrugen es aber sicherheitshalber trotzdem mal live ins Facebook.

"Alte, wer isch das?" "Kei Ahnig, chum mir mached Livestream is Facebook!"
„Alte, wer isch das?“
„Kei Ahnig, chum mir mached Livestream is Facebook!“

Ah ja, und damit das auch dem Letzten klar ist: Europe hat am Schluss nicht „den Song gecovert, den die Party-Band jedes Jahr am Bar und Pub spielt“ – „The Final Countdown“ IST von Europe!!!

Dass man es mit dramatischen Nebelschwaden auch übertreiben kann, bewiesen dann die Scorpions. Ob die beim ersten Song wirklich alle schon auf der Bühne standen, werden wir wohl nie erfahren.

Suchbild: Wo sind die Scorpions?
Suchbild: Wo sind die Scorpions?

Als sich der Nebel verzogen hat, gab’s erst mal eine schöne Überraschung: An den Drums sitzt neu Mikkey Dee, der ehemalige Motörhead Drummer! Er ersetzt James Kottak, der gerne mal etwas viel trinkt und dann in Dubai die Hosen runter lässt und Muslime beleidigt. Darum hat James Kottak mehr oder weniger fliegend vom Knast in die Entzugsklink gewechselt. Vielleicht hatte er auch ein paar Komplexe. Die Scorpions sind nämlich eine typische Gitarrenband. 2-3 Gitarren in jedem Song, dazu Solos, die länger sind als die Berliner Mauer. Dabei geht dann halt auch der Gesang etwas unter – trotz Playback-Unterstützung, gell Herr Meine? 😉

Heute geht’s in die letzte Runde – und für alle Fussballfans: Vom Public Viewing sieht man auch auf die Bühne!

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

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