Sit in am Zürich Openair

Über Nacht wurden dem Openair-Gelände noch ein paar Bänke und chillige „Hänger-Würfel“ spendiert. Das ZOA-Utensil schlechthin war aber auch heute die Campingdecke. Darum machten am Anfang die meisten das, was viele bei der Arbeit schon ziemlich gut können: rumsitzen.
Bei Amy Maconald zwang sich dann schon eine grössere Menge auf die Beine. Sie war das Kuckucksei im diesjährigen Programm und feierte ihren 29. Geburtstag am Zürich Openair. Darum ballerte sie neben den bekannten Hits auch farbige Papierschnipsel und den gesamten Olympia-Restbestand an Gymnastikbändern ins Publikum.

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Sah nett aus, aber wenn ein Schotte Geburtstag UND eine Gitarre umgehängt hat, fliegt normalerweise mehr durch die Luft als nur ein paar Papierschnipsel.

Deutlich mehr Power hatte dann die Show von Alleinunterhalter Jack Garratt. Zum Glück ist er nicht die Sorte von Alleinunterhalter mit einem Hellblauen Anzug und einem lustig beschrifteten und mit Noten verzierten Opel Zafira.

Er kann mehr Instrumente gleichzeitig spielen als ich überhaupt kenne. Somit wäre bewiesen, dass auch bei Männern Multitasking funktioniert.

Nach Jack Garratt war es schon Zeit für den heutigen Hauptact: Den Chemical Brothers. Auf ihren Synthies (oder was auch immer das war) drehten sie an Knöpfen und zogen an Hebeln. Sah für mich so aus wie die Arbeit eines Bahnhof-Vorstandes aus den 70er Jahren.

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Chemical Brothers bei der Arbeit

Das eher nüchterne werkeln der Chemical Brothers wurde dafür von einer bombastischen Licht- und Animations-Show begleitet. Bevor ich wegen all dieser Eindrücke zu schäumen begann, machte ich mal einen Abstecher zum Dance-Tent. Das war nämlich ziemlich gross und unter anderem für die Beschallung des ganzen Zürcher Unterlandes zuständig. Parallel zu den Chemical Brothers legte da Dr. Mo auf. Sicher keine einfache Zeit, aber bei einem Openair gibt’s ja immer Leute die gerade etwas anderes hören wollen, als alle andern – dachte ich. War aber nicht so. Bei Dr. Mo war niemand. Und ich meine jetzt nicht das nur-ca-60Leute-niemand. Ich meine: niemand. Im Zelt war der DJ auf der Bühne und der Mischer. Der Mischer war aber nicht am Mischpult sondern surfte auf Facebook. Hier das Beweisfoto

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Somit hatten nur fast alle einen tollen Tag – aber nicht so schlimm, gibt ja noch zwei weitere Tage bei bestem Openair-Wetter. Tickets gibt’s für Freitag und Samstag noch an der Abendkasse.

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

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