Biffy Clyro – Wolves im Wintermantel

Der Abend mit Biffy Clyro begann heute für die meisten Leute mit zwei Erkenntnissen:
1. Die Zielbau Arena ist nichts anderes als die Eishalle Deutweg.
2. Der Dönermann tat definitiv zu viel Zwiebel in den Döner.

Vorbei am leuchtigen Zielbau-Schriftzug und durch die penetranten Zwiebelschwaden ging es in die Eishalle, die einem als erstes mit gleissendem Scheinwerferlicht empfing. Irgendwie erinnerte mich das an die Arbeitslampe eines Zahnarztes, die einem immer so latent in die Fresse blendet.

Zum Glück erloschen diese Lichter bereits schon mal kurz vor 8 für die Vorband Arcane Roots. Diese 3 Jungs waren schon für einige grosse Nummern Vorgruppe und verstehen es ausgezeichnet kontrolliert auf ihre Instrumente einzudreschen.

© Tobias Marti
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Die Halle war jetzt also schon mal gut aufgeheizt. Und trotzdem trat da Biffy Clyro Sänger und Gitarrist Simon Neil mit einem Mäntelchen auf die Bühne.

© Tobias Marti
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Wenn ein Schotte bei 15 Grad einen Mantel anhat, kann das eigentlich nur bedeuten, dass er an einer schweren Lungenentzündung leidet. Und so wartete das ganze Publikum während des Intros gebannt auf die ersten Laute von Simon Neil….. Als er dann endlich „We are Wolves“ schrie, waren alle sichtlich erleichtert. Er war nicht schwer krank, sondern einfach ein bisschen eine Pussy heute.

© Tobias Marti
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Es war die erste Show auf der Europatournee zu ihrem neuen Album Ellipsis und dementsprechend wurden auch gleich zu Beginn relativ viele Songs vom neuen Album gespielt. Die Show begann also deutlich poppiger als noch am Openair Gampel vor 2 Monaten und ich hatte schon Angst, dass sich die Zielbau Arena in einen überdimensionalen Kantiball verwandeln würde! Aber mit den älteren Krachern wie Bubbles oder Black Chandelier hatte Biffy Clyro die Leute wieder am Haken!

© Tobias Marti
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Wenn Biffy Clyro mal so richtig in Fahrt kommen, sind sie also immer noch die Powerband, die auf der Bühne ein echtes Feuerwerk abbrennen.

© Tobias Marti
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Irgendwie merkte man aber das Eis unter den Bodenplatten der Zielbau Arena. Die Leute hatten gestern Abend zwar sichtlich Spass, der letzte Funken sprang aber nicht über. Gestern waren wohl Biffy Clyro auf der Bühne, aber leider nicht Biffy FUCKING Clyro.

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

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